Sie war Chemikerin und hat sich ihr ganzes berufliches Leben mit der Fotografie und den entsprechenden chemischen Verfahren beschäftigt. Ab 1932 war sie in Leverkusen bei Agfa beschäftigt, 1937 hat sie hier das erste „Ein-Minuten-Bild“ gemacht, das später als Polaroid berühmt wurde. Ihre wichtigste Erfindung war die „Fotokopie“, die die Büroarbeit revolutionierte, denn Dokumente mussten jetzt nicht mehr abgeschrieben oder aufwendig abfotografiert werden. Das Patent dafür wurde 1941 erteilt und nach dem Krieg zunächst unter dem Namen „Copyrapid“ erfolgreich auf den Markt gebracht. Edith Weyde hat trotz aller Patente und Erfolge eigentlich keine Karriere gemacht und war als Frau bei Agfa nie etabliert. Als ein Laborleiter dort in Pension ging, teilte man ihr mit, sie sei die Richtige für den Posten, es sei aber „unmöglich, diesen mit einer Frau zu besetzen“. Erst nach 28 Jahren bei der Firma Agfa erhielt sie ein eigenes Büro. Eine erstaunliche und bedeutende Würdigung erfuhr die Chemikerin 1963 mit der Verleihung des Kulturpreises der Deutschen Gesellschaft für Photographie, was die Kölnische Rundschau indes voller Unverständnis monierte: „Könnte man dann nicht Literaturpreise an Erfinder von Schreibmaschinen verleihen?“
In Leverkusen sorgte 2009 der „Deutsche Frauenring“ in seiner Reihe „Berühmte Leverkusener Frauen“ auch für eine Tafel an ihrem früheren Wohnhaus in der Von-Diergardt-Straße 3. Und im Bergischen RheinLand, in dem Kürtener Örtchen Meiersberg, ist eine Straße nach Edith Weyde benannt. Hier verbrachte sie viele Jahre bis zu ihrem Tod 1989. Auf dem alten Friedhof in Kürten hat sie ein eher schlichtes „Ehrengrab“.