In der Leitidee der REGIONALE 2025 „Das Beste aus beiden Welten“ wurden diese Vorzüge von Urbanität und gutem Leben im ländlich geprägten Raum clever kombiniert.

Seit acht Jahren ist die REGIONALE ein Motor für Innovation, Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung im Bergischen RheinLand. Das Strukturprogramm vereint Akteure aus Kommunen, Institutionen und Forschung mit engagierten Bürger*innen und hat zahlreiche Projekte vor Ort umgesetzt. Über das Zusammenspiel von urbaner Nähe und ländlicher Lebensqualität, wie aus gemeinsamen Ideen konkrete Zukunftsprojekte entstehen und die Impulskraft für Nordrhein-Westfalen hat die REGIONALE 2025 Agentur mit Minister Nathanael Liminski gesprochen.

Herr Minister Liminski, was heben Sie hervor, wenn Sie zum Beispiel mit einem Ihrer Kollegen aus einem anderen Bundesland über das Bergische RheinLand sprechen?

Mit der REGIONALE 2025 im Bergischen RheinLand hat die Region unter Beweis gestellt, dass hier Menschen aus Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik gemeinsam anpacken, um ihre Heimat voranzubringen. Das ist ein unschätzbarer Standortvorteil. Die Region profitiert darüber hinaus von der Nähe zu den Ballungsräumen Köln, Leverkusen und Bonn, vom Anschluss an wichtige Forschungs- und Wissenschaftsstandorte sowie von einer guten Arbeitsmarktsituation. Gleichzeitig hat das Bergische Rhein- Land natürlich eine attraktive Natur mit zahlreichen Naherholungsmöglichkeiten zu bieten. In der Leitidee der REGIONALE 2025 „Das Beste aus beiden Welten“ wurden diese Vorzüge von Urbanität und gutem Leben im ländlich geprägten Raum clever kombiniert.

Wenn Sie den Zeitraum der REGIONALE überblicken, was sticht für Sie hervor?

Seit dem Start der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand ist viel geschehen: Menschen aus Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik packen gemeinsam an. Und vor allem: Statt Gießkanne gibt es eine klare Fokussierung auf fünf Zukunftsthemen: Konversion, Ressourcen, bürgerschaftliches Engagement, Innovation und Mobilität. Sie zusammen machen aus Herausforderungen konkrete Handlungsfelder. Projekte wie smarte Mobilitätslösungen, neue Gesundheitsangebote im ländlichen Raum oder ressourcenschonende Landschaftsnutzung zeigen: Transformation ist möglich, wenn sie vor Ort gedacht und getragen wird. Gerade in Zeiten des Wandels brauchen wir genau solche Impulse.

Was gefällt Ihnen an der REGIONALE als Strukturprogramm besonders gut?

Die REGIONALE zeichnet besonders aus, dass es kein staatlich verordnetes „Top-down“-Programm für eine Region ist, sondern ein Strukturprogramm von und mit einer Region. Sie lebt von Beteiligung, von lokalem Wissen, von engagierten Kommunen, von kreativen Macherinnen und Machern und nicht zuletzt von Bürgerinnen und Bürgern, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die REGIONALE bringt dabei im Rechtsrheinischen zusammen, was zusammengehört: Städte und Dörfer, Menschen mit Ideen, Institutionen mit Visionen. Diese enge Verzahnung ist keine Selbstverständlichkeit – aber sie ist ein Erfolgsrezept.

Welchen Beitrag leistet das Land Nordrhein-Westfalen als wesentlicher Förderer zum Gelingen der REGIONALE?

Dass viele dieser Projekte umgesetzt werden konnten, verdanken wir nicht nur cleverer Planung, sondern auch kluger Förderpolitik. In der REGIONALE führen wir Mittel aus EU, Bund und Land mit kommunalen und privaten Investitionen zusammen und richten sie klar auf gemeinsame Ziele aus. Es ist gelungen, viele verschiedene Fördertöpfe zu erschließen, vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung über die ÖPNV-Förderung, die Struktur- und Dorfentwicklung des ländlichen Raumes und nicht zuletzt bis zur Heimat- und Städtebauförderung. Durch die enge interministerielle
Abstimmung schaffen wir Transparenz und vermeiden Parallelstrukturen. So setzen wir die Mittel gezielt dort ein, wo sie die größte transformative Wirkung entfalten. Aber entscheidend war und ist die Qualität der Konzepte und Projekte. Sie haben überzeugt – inhaltlich, gestalterisch, mit Weitblick. Und: Private Investitionen wurden ausgelöst. Auch das ist ein Maßstab für den Erfolg guter Politik.

Ich möchte Sie dazu ermutigen, die geschaffenen Netzwerke und Strukturen in der Region Köln/Bonn nach der REGIONALE 2025 auch weiterzuführen und Ihre Heimat stetig weiterzuentwickeln.

Woran messen Sie, ob Projekte tatsächlich wirken – auch über die Region hinaus?

Der größte Hebel einer REGIONALE liegt darin, Projekte konsequent auf Wirkung auszurichten und sie früh miteinander zu verzahnen. Genau das leistet die REGIONALE: Sie bringt Akteure zusammen und sorgt dafür, dass aus Einzelprojekten ein gemeinsamer Entwicklungspfad entsteht. So werden aus guten Ideen tragfähige Strukturen für Klimaschutz, Daseinsvorsorge und regionale Wertschöpfung. Wirkung zeigt sich daran, ob Projekte übertragbar sind und Anschlussfähigkeit erzeugen. Wenn neue Formen der Daseinsvorsorge, resiliente Infrastrukturen oder lebendige Zentren nicht nur lokal
funktionieren, sondern auch als Modell für andere Regionen dienen, dann entfaltet die REGIONALE ihre volle Kraft. Mit Konzepten wie der Klimawandelvorsorgestrategie oder dem Agglomerationskonzept werden für die Region Köln/Bonn Maßstäbe für eine innovative Regionalentwicklung gesetzt – nicht nur regional, sondern national.

Das Motto „Lust auf Zukunft“ ist der Slogan zum Höhepunkt der REGIONALE. Wie blicken Sie auf die Zukunft der Region?

Das Motto „Lust auf Zukunft“ ist nicht nur ein Slogan, es ist ein Versprechen. Dass wir gemeinsam unsere Heimat gestalten, dass wir Herausforderungen als Chancen begreifen und dass wir mit Lust, Leidenschaft und Langfristigkeit an einer besseren Zukunft arbeiten. Ich möchte dazu ermutigen, die geschaffenen Netzwerke und Strukturen in der Region Köln/Bonn nach der REGIONALE 2025 auch weiterzuführen und Ihre Heimat stetig weiterzuentwickeln. Denn nur dann ist die REGIONALE am Ende wirklich erfolgreich gewesen.

Und wie geht es mit der REGIONALE weiter?

Die REGIONALE hat seit mehr als 25 Jahren aus guten Gründen einen festen Platz im Instrumentenkasten der Regionalpolitik des Landes. Daher hat das Landeskabinett Anfang des Jahres die Ausschreibung einer weiteren REGIONALE auf den Weg gebracht – die „eREGIONALE 2033 – Städte im Wandel als Vorreiter einer neuen Normalität“. Dabei steht das „e“ für Experimentierraum, denn wir wollen damit einen geschützten Ermöglichungsraum eröffnen. Damit sorgen wir für Planungssicherheit, Aufbruch und Vorfreude in den Regionen in Nordrhein-Westfalen.