Die alte Orgel aus den 1960er-Jahren in der Evangelischen Kirche in Wipperfürth war kaputt. Die Enge im Turm hatte zu Schimmel geführt, und eine neue Orgel sollte auf der Empore Platz finden. Dazu brauchte man Förderer, stieß auf das LEADER-Programm Bergisches Wasserland mit seinem Ansatz der Entwicklung des ländlichen Raums und dachte sich für die Bewerbung etwas Besonderes aus, eine „Entdecker-Orgel“. Der Orgelbauer Merten in Remagen bekam den Auftrag für eine neue Orgel, nicht mehr im Hintergrund der Empore, sondern weiter vorn, und jetzt das Besondere, mit Glasfronten an den Seiten. Hier kann man, unterstützt durch die LED-Beleuchtung im Innern, die Funktionsweise der Orgel verfolgen und die Mechanik erkennen, wie die Züge vom Orgeltisch bewegt werden, das Gebläse die Ventile öffnet, die Luft in die Pfeifen strömt und die Töne erklingen. So kann man quasi „entdecken“, wie sie funktioniert. Vor allem die jugendlichen Besucher*innen lernen dabei spielerisch, musikalische und physikalische Erkenntnisse zu verbinden. Und das war – neben der Förderung durch das LEADER-Programm – auch für die Hans Hermann Voss-Stiftung in Wipperfürth der Grund, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Gehört doch die naturwissenschaftliche Bildung von Kindern zu ihrem Förderprogramm.
18 spielbare Register hat die Orgel mit ihren 1.030 Pfeifen, die der Kantor Michael von Rekowski in Musik verwandeln kann. Und ganz gleich, ob Gregorianischer Gesang oder das Wunschliedersingen, ob Pop-Gottesdienst oder das Jubiläum des Kirchenchors Canto, die Orgel ist wieder liturgischer wie musikalischer Bestandteil der Kirche am Markt. Und das nicht nur für die Wipperfürther Christen, sondern auch für Gäste und Tourist*innen. Denn genau so bewirbt man sie heute: als einzige „Entdecker-Orgel“ in der ganzen Republik.