Sie nennen sich „Ohligser Jongens“, haben mittlerweile aber immerhin ein Zehntel „Mädels“ in ihren Reihen. Doch der Name steht, denn als sie sich vor zwölf Jahren gründeten, war das mit dem Gendern noch kein großes Thema, jedenfalls nicht in Ohligs. Das ist ein alter Arbeiterort und inzwischen eine moderne Geschäftsstadt, größter Stadtteil von Solingen, mit einem lebhaften Gemeindeleben, und dazu tragen die „Ohligser Jongens“ nicht unwesentlich bei.
Von Anfang an war das ihr Programm: die Verbesserung des Stadtbilds, der Bildungs- und Freizeitangebote, mehr Kulturerlebnisse für Kinder und die Sicherung der Naturräume der Stadt. Interessant auch die Organisationder Jongens in „Thementischen“, quasi Arbeitsgruppen zu Geschichte und Stadtentwicklung,
zu öffentlicher Arbeit, zu Kunst und Sport oder Kinder und Jugend. Bekannt sind vor allem ihre Projekte im öffentlichen Raum, die Feste und Feiern, vom Neujahrsempfang über Karneval mit dem „kleinen Zoch von Ohligs“ – der mal mit zwei Familien und einem Bollerwagen gestartet ist –, vom Maifest zum Kneipenfreitag mit dem Motto „Um die Häuser“ bis zum Adventssingen und dem Aufstellen des Weihnachtsbaums.
Intensiv beschäftigen sie sich mit der Geschichte ihrer Stadt, laden unter dem Label „Ohligs trifft“ Gastredner*innen ein, mal einen Stadtplaner oder früheren Bürgermeister, mal den Stadtarchivar oder einen Vertreter der Biologischen Station. Und dann geht es raus aus der Stadt. Mit Schüler*innen treffen sie sich mehrmals im Jahr auf der Ohligser Heide, einem Lehrbiotop, zu Aktionstagen mit Hacke
und Schaufel.
In der Stadt selbst geht es ihnen um Themen wie Verkehr und öffentlichen Raum, Abgase und Lärm, und sie arbeiten im „West4tel“ an einem konkreten Plan, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, die Busse umzuleiten und den Verkehr zu reduzieren. Auf dem dann frei werdenden Straßenraum wollen sie mehr Grün und Platz zum Verweilen schaffen. Und weil die „Jongens“ dann doch nicht unter sich bleiben wollen, haben sie jetzt ihren Untertitel sehr bewusst gewählt: „Heimatverein aller OhligserInnen und Ohligser“.