Diese musikalische DNA hat nun auch architektonisch ein neues Zuhause bekommen. Aus dem früheren „Haus der Kunst“ ist das REGIONALE-Projekt KulturForum-Burscheid geworden – ein Ort, der nicht nur Konzerte bietet, sondern auch Begegnung ermöglicht. Mitten in der Stadt, gedacht für große Auftritte ebenso wie für kleine Lesungen, Proben oder Nachbarschaftstreffen. Der Umbau war ambitioniert: Drei Architekturbüros reichten Entwürfe ein, am Ende überzeugte ein Konzept, das den Bestand respektiert und zugleich mutig erweitert.

Wer heute durch das Haus geht, merkt schnell, dass hier vieles möglich ist: Flexible Räume, variable Bühnen, Orte zum Verweilen – das KulturForum versteht sich als Werkstatt und Bühne zugleich. Regionale Ensembles finden hier Platz, lokale Initiativen ebenso wie überregionale Gäste. Entstanden ist ein Ort, an dem man sich gerne trifft und der dem Zentrum neue Impulse gibt – vor allem optisch: Die helle, trichterförmige Fassade zieht Besuchende förmlich in das Gebäude hinein und macht es zu einem ikonografischen Bauwerk der Stadt.

Entwickelt wurde das Projekt gemeinsam mit Wermelskirchen, eingebettet in die langfristigen Entwicklungsstrategien beider Kommunen. Schon 2021 arbeiteten die Städte mit einer gemeinsamen Kulturmanagerin, es folgten ein Trägerverein für den Betrieb in Burscheid und im Oktober 2023 der Beschluss eines interkommunalen Kulturentwicklungsplans. Kultur als Gemeinschaftsaufgabe, könnte man sagen, mit langem Atem und klarer Richtung. Im November 2025 wurde das KulturForum eröffnet, einen Tag später durften erstmals alle hinein. Seitdem füllt sich das Haus mit Musik, Stimmen, Applaus oder Gesprächen.

Mit dem Bau zeigt Burscheid, wie sich eine kleinere Stadt in Schlagdistanz zur Rheinschiene selbstbewusst weiterentwickeln kann – ohne Getöse, ohne Show, aus dem heraus, was schon immer da war. Kurz gesagt: Hier spielt die Musik!