Von Weitem schon fällt der Bau auf. Eine große gelbe Kutsche unterm Dach, und wenn man näherkommt, liest man vorne „Postkutsche Nümbrecht-Wiehl“. Die fuhr tatsächlich diese Strecke bis in die 1920er-Jahre und steht jetzt als Blickfang im „Technik & Bauern Museum“ in Berzbach, einem Ortsteil von Much. Man kann sie nicht nur besichtigen, sondern hier sind in begrenztem Rahmen und mit neun Sitzplätzen auch kurze Ausfahrten möglich. Das macht den besonderen Charakter dieses „Museums“ deutlich. Natürlich ist es eine Sammlung von Objekten der Region, landwirtschaftlicher
Maschinen, Acker- und Handwerksgeräte, dazu Haushaltsgeräte und Hausrat aller Art. Es will ein Bild von der Bewirtschaftung des kargen Bodens im Süden des Bergischen zeigen bis hin zur Herstellung von Lebensmitteln in vorindustrieller Zeit und daneben auch die häusliche Arbeit in Wohn- und Waschküche illustrieren. Etwas Besonderes ist der „Wasserpark“ außerhalb, mit einem hydraulischen Widder und einem Wasserrad, und vor allem mit einer der berühmten Lambach-Pumpen, eine bergische Erfindung, die Wasser mit Wasserkraft auf die trockenen Höhen pumpen konnte.

Darüber hinaus ist das Museum ein Mitmach-Ort. Nicht nur im Verein, der mit seinen Mitgliedern das Museum betreibt und alle Arbeiten selber erledigt, sondern das Museum ist auch Dorftreff, bietet Räume für Veranstaltungen, Feiern oder Feste, bei denen man eigens eine Bergische Kaffeetafel buchen kann.

Der Hit ist das „Heimatdorf“ mit Modellen 1:15, die Kirche und Schule, Bauernhaus oder Scheune nachbilden und was es sonst noch alles in den Dörfern bis in die jüngere Vergangenheit gab. Und diese Inszenierung wird nun mit Mitteln der LEADER-Region Vom Bergischen zur Sieg zur Dauerausstellung, unter einem neuen verglasten Anbau, und damit von außen und jederzeit zu besichtigen. Und demnächst auch mit Beleuchtung, mit deren Hilfe dann der Tagesablauf, die Dämmerung oder die Nacht inszeniert werden. Und das Ganze für vorbeikommende Wanderer 24/7.

Mehr Informationen: Home – Technik- & Bauernmuseum e.V.