Danach saßen vor langen Zeiten der Pastor und der Bürgermeister in der Kneipe. Der reizte den Pastor mit der Behauptung, er habe ja viel Gewalt über seine Schäfchen, „aber ans Heufressen bringen Sie Ihre Gläubigen doch nicht“. Und sie machten eine Wette darauf, ob oder ob nicht, und am nächsten Sonntag, die Kirche war voll, kam der Pastor mit einem Bündel Heu unterm Arm. Das seien heilkräftige Kräuter vom Bischof, auf den Gräbern von Heiligen gewachsen, und wer sie esse, werde nicht krank, nicht vom Teufel verführt und komme auch nicht ins Fegefeuer. Das klappte natürlich im gläubigen Much, und der Bürgermeister hatte die Wette verloren.

Seitdem feiern die Mucher in jedem Jahr die Heufresser-Kirmes, ein Festival rund ums Heu. Hier treten diverse Mannschaften an, auch aus anderen Orten im Bergischen, mit so stimmigen Namen wie „Heuflitzer“ und „Heuschwänze“, „Stoppelhopser“, „Zuchtbullen“ oder „Die wilden Männer“. Dann geht es los mit Heuwagen-Wettläufen, Heuballenrennen, -stapeln oder Wasserbalance mit Heuballen, Maskottchen mit Heu füttern und in einem Heuhaufen die berühmten Heufresserfigürchen suchen. Der Pokal für den Gewinner: ein vergoldeter Heufresser.

Die zweiten, dritten und vierten Preise allerdings haben dann weniger mit dem Mythos zu tun, es sind Pittermännchen und Grillgutscheine. Und die runden dann „Das Gute Leben selbst gemacht“ in vortrefflicher Weise ab.