Vor fünf Jahren gestartet von dem Bonner Ehepaar Franke-Bornwasser, beide frisch im Ruhestand, die Kinder aus dem Haus. Sie suchten ein Grundstück für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für Ältere und fanden es in Eitorf, besorgten die Baugenehmigung, den Architekten und die Finanzierung. 2022 war der Neubau fertig.
Jetzt leben hier elf Menschen, alle über 60 Jahre, in den neun Wohneinheiten, jede mit Bad und Küchenzeile, Balkon oder Terrasse, und das Ganze komplett barrierefrei.
Das Besondere im Erdgeschoss und drum herum: ein großer Gemeinschaftsraum, in dem je nach Befindlichkeit und Laune gemeinsam gekocht und gegessen wird. Keller und Auto, Hobbyraum und Sauna, Grillhütte oder Boulebahn, alles wird gemeinschaftlich genutzt. Dazu eine Gästewohnung, in der eine Zeitlang eine ukrainische Familie lebte. Alle zahlen an das Initiatorenpaar eine günstige Miete, weil die „Wohnbande“ eben kein Renditeobjekt ist. Die Bewohner bilden auch keinen Verein, haben aber ein „Regelwerk“, auf das sie sich bei ihren zweimonatlichen Treffen verständigen.
In einem Schaukasten an der Straße sind die Eitorfer Nachbarn eingeladen zu Yoga, Theater oder Malen, zu Kursen im Haus oder Garten. Und die „Wohnbande“ ist immer dabei, wenn es einmal im Jahr heißt: „Eitorf liest“. Ihr Motto könnte von dem US-Schriftsteller Richard Bach stammen: „Das Band, das uns im Alter verbindet, besteht nicht aus Blut, sondern aus Respekt und Freude im Leben des anderen.“