Die Versorgung mit Wasser, Trinkwasser, fürs Vieh und auch für die Gärten, war im Bergischen RheinLand nicht immer leicht. Das ist der Geografie geschuldet und oft auch der Armut. Lange versorgten sich die Menschen aus Quellen oder Brunnen, aus Teichen und Bächen. Aber mit der Zunahme der Bevölkerung und den vermehrten hygienischen Anforderungen entstanden im späten 19.
Jahrhundert die ersten Wasservereine. Hier erledigten die Mitglieder die meisten Arbeiten selber, erweiterten ihre Brunnen, fassten die Quellen und errichteten Sammel- oder Hochbehälter, in denen das Wasser gereinigt und aufbereitet wird – übrigens von den zuständigen Gesundheitsämtern bis heute und regelmäßig kontrolliert. Und von diesen Behältern aus wird das Wasser durch neu gelegte
Leitungen in die Häuser gepumpt.
Eine substanzielle Änderung gab es dann mit dem Bau von Talsperren für die Trinkwasserversorgung, vor dem Ersten Weltkrieg die Neye- und Kerspe-Talsperre und Anfang der 1960er-Jahre die Wiehltalsperre. Viele der kleinen Wassergemeinschaften schlossen sich den neuen öffentlichen Verbänden an oder wurden „geschluckt“. Doch immer noch legen fast 50 Vereine allein im Oberbergischen Kreis Wert auf ihre Autonomie und versorgen knapp 12.000 Menschen mit dem eigenen Wasser.
Lange versorgten sich die Menschen aus Quellen oder Brunnen, aus Teichen und Bächen
Nun ist diese Form der Selbstorganisation im Bergischen RheinLand weit verbreitet, vielleicht ist es auch der historische common sense, der Friedrich Wilhelm Raiffeisen in den 1870ern auf die Idee mit der Genossenschaft brachte. Ein Wasserbeispiel aus dem benachbarten Siegtal zeigt neben der kollektiven Bewirtschaftung auch die Produktivität.
Der „Wasserwerksverein Geilhausen e. V.“, einem Ort in der Gemeinde Windeck, wurde direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, im September 1945 gegründet. Das Netz der Wasserleitungen hatten zuvor russische Kriegsgefangene gegraben. Als „Quelle“ diente und dient die Entwässerung einer stillgelegten Erzgrube. In dem freigelegten Stollen hat man eine Staumauer errichtet, hinter der sich „kristallklares Wasser in Mineralwasserqualität sammelt“, wie es stolz auf der Homepage des Vereins heißt.
Zurzeit fördert man Holzmodell nach dem passenden Ort. rund 33 Kubikmeter pro Tag für 118 Haushalte
Alle 270 Einwohner von Geilhausen werden heute mit dem kühlen Nass versorgt, und viele sind selbst in dem Verein organisiert. Den Vorsitz hat Björn Düngen, und den hat er „vom Vater aufs Auge gedrückt bekommen“, wie er erzählt. Denn der hatte eine Generation früher den Verein gegründet. Zurzeit fördert man rund 33 Kubikmeter pro Tag für die 118 Haushalte, aber zehnmal mehr, nämlich 300 Kubikmeter reines Trinkwasser, fließen täglich ungenutzt in die Sieg. Da ist es kein Wunder, dass die Geilhausener Wasserwerker im Katastrophenschutzplan vorgesehen sind für die Versorgung vieler Menschen in der Gemeinde Windeck. Dann muss man mit „15 Liter pro Tag und Person“ auskommen. Es wird für alle reichen.