Immer beliebt, immer besucht, aber trotzdem zum 75. Geburtstag im Jahre 2007 von der Schließung bedroht. Die Gemeinde musste sparen. Da gründeten Bürger*innen eine „Bürgerstiftung Waldfreibad Much“ und betreiben seitdem das Bad in eigener Regie. Ein Bad mit Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Kleinkindbecken, mit Sprungtürmen und Rutschen, Tischtennis, Beachvolleyball und auch einer Matschanlage. Rund 25.000 Besucher zählt das Bad jährlich von Mai bis Anfang September, und alles wird ehrenamtlich geregelt. Ob Kasse oder Kiosk, Technik oder Grünanlagen, alles organisieren rund 70 Freiwillige in kleinen Teams. Nur die Bademeister sind Profis, ausgeliehen aus dem Hallenbad in Much, das im Sommer geschlossen ist. Auf der Homepage wirbt man noch um Freiwillige. „Eis, Süßigkeiten, warme und kalte Getränke, Pommes, Bratwurst und Nuggets gehören einfach zu einem Schwimmbadbesuch. Wenn Du Freude am Umgang mit unseren Gästen hast und gerne im Team arbeitest, dann passt Du zu uns.“

Bundesweit war dies die erste Bürgerstiftung, die ein Schwimmbad betreibt mit einem Stiftungskapitel von rund 50.000 Euro. Den Dauerbetrieb sichern neben Eintrittsgeldern und dem Kiosk ein Betriebskostenzuschuss der Gemeinde und Spenden oder auch schon mal eine Crowdfunding-Aktion der örtlichen VR-Bank „viele-schaffen-mehr“. Freibäder sind ja einer der seltenen Orte, an denen Menschen aller Schichten zusammenkommen, sind „egalitäre Bauten“, wichtig für die soziale Infrastruktur einer Demokratie. Auch das Waldbad in Much war immer ein zentraler Ort der Kinder-, Jugend- und Schwimmkultur, im Sommer so etwas wie „Die Stadt der Kinder“. So konnte man schon 1952 zur Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg stolz feststellen: „Es war kein Kind wasserscheu.“ Und dass das so bleibt, dafür sorgt heute die Bürgerstiftung.

Waldfreibad Much
Bockemsweg 7b
53804 Much

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